
Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur ist nur dann nutzbar, wenn sieauffindbar, zugänglich, transparent bepreist und diskriminierungsfrei verfügbarist – unabhängig vom Zugangsmedium (Ad‑hoc, App, In‑Car‑System) oder der Bezahlmethode (Kreditkarte,ApplePay, GooglePay, Girocard). Die AFIR setzt bereits wichtige Leitplanken (u. a. zu Nutzerinformation, Zahlungsoptionen undNutzerfreundlichkeit). In der Marktrealitätentstehen jedoch digitale und vertragliche Ausschlussmechanismen, dieVerbraucher faktisch von Teilen des öffentlichenLadeangebots fernhalten. Die zunehmende Durchsetzung der Elektromobilität undsteigende Anzahl an Verbrauchern und deren Feedback zeigt die Notwendigkeit zumraschen Handeln auf nationaler aber auch europäischer Legislative.
Der Review sollte daher die AFIR praxisnäher nachschärfen:
Ergänzend sollte die Kommission bestehende EU‑Instrumente stärker verzahnen: Wettbewerbsrecht (Art. 101/102AEUV), UCPD 2005/29/EG, ITS‑Regime / National Access Points, Data Act, sowieDurchsetzung über CPC‑Netz undkollektive Rechtsdurchsetzung.
Erkennbar anhand vonRückmeldungen von Verbraucher:innen wie auch auf aus öffentlich zugänglichenVerbraucher:innen Kommentaren auf Bewertungsplattformen (Google Review,Trustpilot, etc.) ist eine Marktasymmetrie erkennbar: Charge Point Operator(„CPO“) tragen Investitions‑ und Betriebsrisikenund verantworten die reale Verfügbarkeit; Mobility Service Provider („MSP“)agieren vertriebs- und marketingorientiert und fordern in Roamingverträgenregelmäßig Preiszugeständnisse.
Zugleich kommt es zubewusstem Ausschluss von Ladepunkten aus MSP‑Portfolios(Nicht‑Listung), wenn Preis-/Tarifmerkmale nichtakzeptiert werden. Dies reduziert aus Sicht der Verbraucher:innenNetzabdeckung, Auswahl und Versorgungssicherheit und erhöht die Notwendigkeit,mehrere Anbieter parallel zu nutzen.
Wir weisen darauf hin, dass fahrzeugintegrierte Infotainment- oderNavigationssysteme Nutzer:innen teils gezielt zu präferiertenLadeinfrastrukturen lenken (OEM‑bevorzugte Anbieter)lenken, während Alternativen nicht oder schlechter angezeigt werden („PreferredPartner“ als Sichtbarkeitshebel). Damitwird öffentliche Ladeinfrastruktur digital verknappt: Was nicht sichtbar ist,ist faktisch nicht nutzbar – unabhängig von physischer Existenz. Die ITS‑Politik der EU zielt gerade darauf ab, Mobilitätsdateninteroperabel verfügbar zu machen; National Access Points (NAP) sind dafür daszentrale Instrument.
Ein EU‑weites Zentralregister ist einzurichten, gespeist ausnationalen Registern wie etwa dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur, mitKerninformationen wie Standort, Betreiber, Belegstatus etc. EU‑weit existieren bereits Rechtsrahmen, die Datenaustauschund Wiederverwendung überNAP‑Strukturen vorsehen (ITS‑Regime), sowie horizontale Datenzugangsregeln (Data Act),die eine interoperable Datenbasis unterstützen können. Nun gilt es Fahrzeughersteller und MSPs zuverpflichten, all jene Ladepunkte, die in öffentlichen Registern registriertsind, auch über deren Interface (In-Vehicle-Infotainment oder IVI im Falle derOEMs oder Apps im Falle der MSPs) anzuzeigen.
MSP/EMP und/oder OEMs könnenLadepunkte aus wirtschaftlichen Gründen (Rabatt-/Tarifdruck) aus ihrenAngeboten auslisten; Verbraucher verlieren faktisch Zugang und müssen mehrereAnbieter nutzen, um das gesamte Angebot öffentlicher verfügbarer Ladepunktenutzen zu können.
OEM‑Systeme können präferierte Netze überproportionalanzeigen; alternative öffentliche Ladepunkte fehlen oder werden verdrängt.
Tarifspreizung (Ad‑hoc/App/Abo) und Darstellungspraxis können Verbraucher inLock‑in‑Modelle lenken;Preisverantwortlichkeiten sind unklar.
Am konkreten Beispielsoll dies verdeutlicht werden: Ein Verbraucher lädt in einer Hotelgaragemittels MSP-App und zahlt nach einer Standzeit von x Stunden eineBlockiergebühr. Der CPO der Hotelladepunkte in dem Beispiel anbietet verlangt keineBlockiergebühren da die Kundenerwartung / der Use-Case in der öffentlichenHotelgarage das „Laden über Nacht“ ist. Somit würde der Endkunde für ein unddas gleiche Produkt („Laden am Hotelstandort“) zwei oder mehrereunterschiedliche Preise für das gleiche „Produkt = Laden“ bezahlen ohne erkennbareMerkmals- oder Leistungsunterschiede in der Leistungserbringung oder hinreichendgegebene Transparenz für die Preisgestaltung.
Daher sollten folgendeMaßnahmen berücksichtigt werden:
Fragmentierungvon Daten und unzureichende Echtzeitqualität reduzieren Nutzbarkeit undVertrauen.
Die Zielrichtung der AFIR wird unterstützt: Ein EU‑weit dichtes,interoperables und nutzerfreundliches Ladenetz ist Grundbedingung für dieAkzeptanz der Elektromobilität.
Der Review bietet die Gelegenheit, die Verordnungkonsequent verbraucherzentriert zu schärfen, insbesondere dort, wo digitaleGateways (Apps/Navigation) und Vertragspraktiken (Roaming‑Listung,Tarifdarstellung) den Zugang zu öffentlicher Infrastruktur faktisch beschränken.Konkrete Empfehlungen für die Überarbeitung der AFIR
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